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Diesellokomotive BR 218

"... die Zugloks für jeden Einsatz!"

       "die alte Museumsbahn..."

[Erstellt im Jahr 2010]

Eisenbahnmedia.de
© Mathias Baumann

Die Maschine, Teil 2.3  [ Konstruktion und Technik ]

Die technische Ausrüstung der Lokomotiven aus der BR 218, entspricht heute nicht mehr ausschließlich dem alten Stand der Erstausrüstung. Im Laufe der Jahre wurden bestimmte Loks entsprechend neuer Technik umgebaut. Einige Umbauten betrafen alle Maschinen, andere wurden bei kleineren Serien angewandt und speziellere Umbauten wurden an einzelnen Loks durchgeführt. Im folgenden Bereich wird die Zusatzausrüstung beschrieben:

         // Zusatzausrüstung
 
Zwei Ausrüstungsvorgänge betrafen die gesamte Lokbaureihe: Die Abgashutzen wurden bereits im Abschnitt 2.1 erläutert, ihr Anbau erfolgte seit den 1980er Jahren, um den Ausstrom der Motorabgase zu optimieren.
Alle für die weitere Unterhaltung vorgesehenen Loks, wurden etwa ab dem Jahr 2003 mit dem digitalen Zugfunk GSM-R ausgerüstet. Dieses Mobilfunksystem vereinheitlicht den Zugfunk innerhalb Europas und hat bei der DB die alten analogen Systeme ersetzt.
 
 
     
An- und Umbau weiterer Maschinenteile, für eine Anpassung an neue Technik, gehört bis heute zum Betrieb.

218 499, die führende Lok, ist die jüngste Maschine der Baureihe (30. Geburtstag 2009) und hat Alufensterrahmen.

218 374 und 213 besitzen keine ZWS/ZDS, SAT oder TAV Ausrüstung. Für ihre 'Kommunikation' als Doppeltraktion vor Fernverkehrswagen, nutzen sie die analoge KWS bzw. 'KDS'.

218 330-9 mit LED-Beleuchtung und Bahnräumer.

Einige Loks erhielten Zusatzscheinwerfer, die bei vielen Maschinen noch lange nach der Stilllegung auf beiden, oder auf einer Führerstandsseite vorhanden waren. Auf dem Foto sind die Scheinwerfer an 218 345 montiert. Weitere Beispiele sind bzw. waren 218 340, 341, 344, 425, 426, 481 und 482.

Die für Castor-Züge verwendeten Loks erhielten schon frühzeitig verstärkte Frontscheiben. ->

Die Lokbaufirma MaK verwendete bei der Herstellung, anstatt der beiden großen Gummidichtungen, auch zwei Alurahmen um die beiden vorderen Frontscheiben. Jahrzehnte später bekamen weitere Loks diese Rahmen eingesetzt (Beispiele: 218 321, 322, 356, 407, 453).

Die Heizanlage der 218 hatte grundsätzlich einen Hüllkurvenumrichter mit gewöhnlichen Thyristoren. Bei der Energieversorgung bestimmter Wagen (Bistrobetrieb, Klimaanlagen) ist eine Kompensation von sogenannter Blindleistung, die durch elektrische Verbraucher hervorgerufen wird, nötig. Es wurden dazu Loks auf GTO-Thyristoren umgebaut, womit der Heizbetrieb dieser Wagen durch die 218 realisiert wird.

// Mehrfachtraktion, Fernsteuerung //

Alle Loks aus der Baureihe 218 sind mit einer konventionellen Doppeltraktions- bzw. Wendezugsteuerung ausgerüstet (KWS). Diese analoge Steuerung erlaubt das Schieben eines Zuges durch die Lok, ferngesteuert durch einen Steuerwagen oder eine weitere arbeitende Lok. Auch das Bedienen zweier Loks an der Zugspitze ist möglich. Die Fernsteuerung von zwei Loks durch einen Steuerwagen, oder die Mehrfachtraktion mit mehr als 2 Loks ist möglich, normalerweise aber nicht zulässig.

Die digitale Steuersignal-Übertragung erfolgt mit der ZWS/ZDS Zeitmultiplexen Wendezugsteuerung. Es ist die neuere Steuerung, die in bestimmten Loks eingebaut ist. Sie wird für die Fernsteuerung durch die neuen Doppelstockwagen und IC-Steuerwagen benötigt.
Als Loks der 1. Bauserie besaßen z. B. 218 105 und 107 die ZWS und haben diese an 218 329 und 339 abgegeben. 307, 321, 322, sowie 407, 413, 431-433 und 453 haben diese Steuerung ebenso, wie vorrangig einige weitere Loks der Serie 218.4. Insgesamt besitzen etwa 50-60 Loks die ZWS.

Weitere technische Ausrüstung, die nur bei einzelnen Loks verbaut wurde, wird als SAT und TAV bezeichnet, "Selbstabfertigung Triebfahrzeugführer" bzw. "technikbasiertes Abfertigungsverfahren". Der Lokführer hat bei einer solchen Lok die Möglichkeit, die Türen des Zuges selbstständig schließen und sperren zu lassen, um danach 'im Alleingang' abzufahren.

// Andere Ausrüstung //

218 423 bekam im Jahr 2008 eine moderne LED-Beleuchtung, die zwei ihrer unteren Glühlampen als Spitzen- und Schlusssignal ersetzt hat. Die äußeren LED-Signalleuchten können auf rot und weiss geschaltet werden, die inneren Glühlampen sind erneut als Fernlicht umgebaut worden (Zusatzscheinwerfer).
218 330 ist die norddeutsche Lok, die seit 2009 eine LED-Beleuchtung verbaut hat. Im Gegensatz zu 423 sind auch die inneren Leuchten mit großen LEDn umgebaut worden.
Der Umbau auf LED-Beleuchtung wird im Jahr 2011 fortgesetzt.

Eine optionale Ausrüstung der BR 218 ist der Bahnräumer, der an 218 330 montiert ist. Die schweren Metallplatten unter der 'Pufferbohle' können im Winter, als eine Art Schneepflug, den Weg freimachen. Sie wurden an einzelnen Loks montiert und waren zum Beispiel bei vielen Lübecker 218.4 zu finden.
Mit der Außerdienststellung verschiedener Loks, wurden auch Bahnräumer demontiert und bei anderen Loks wiederverwendet. Das ist bei 218 330 der Fall, die den Räumer seit 2005 trägt.

218 249 und 272, die dem Tochterunternehmen DB Services gehören, fahren 2009/10 Aushubzüge im Kanton Schaffhausen (Schweiz). Beide Loks besitzen einen zusätzlichen Dieselgenerator.
                          // Der Führerstand der BR 218
 
Die Maschinen besitzen zu beiden Seiten einen Führerstand, der grundsätzlich identisch aufgebaut, in Details aber verschieden ist.

Der Führerstand der 'Bundesbahn'diesellok 218.

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Der Fahrschalter, Führerbremsventil und H-Bremshebel.

Der Blick des Lokführers vom Führerstand auf die Strecke. Der laufende Dieselmotor versetzt den Lokrahmen in Schwingung, man kann die Leistung im "Nacken" und unter den Füßen spüren.

Dieser Führerstand unterscheidet sich in seiner Art deutlich von moderneren Varianten, die oft über mehrere Baureihen als Einheitsführerstand eingebaut sind. Wenige digitale Anzeigen werden von klassisch analogen Anzeigeinstrumenten umgeben. Den besonderen Unterschied macht das markante, große Handrad aus. Die Motorkraft wird damit angemessen auf die Schiene geschickt, ein unaufdringlicher Joystick wäre unglaubwürdig.

// Der Fahrschalter-/Führertisch //

Dieser Tisch befindet sich auf der rechten Lokseite, direkt vor dem Sitz des Lokführers. Vorne links befindet sich ein Sifa-Taster, dahinter der Wendeschalthebel zum Wählen der Fahrtrichtung (Auf dem Foto abgezogen). Rechts daneben und in der Mitte des Tisches, befindet sich der Fahrschalter mit schwarzem Handrad, der von Stufe 0 bis 15 (B) reicht. Er ist mit dem Regler des Dieselmotors ein Teil der Elektropneumatik, mit der die Zugkraft der 218 gewählt wird:

Stufe 0 bedeutet Leerlaufdrehzahl des Motors und ungefüllter Wandler (Strömungsgetriebe).
Stufe 1-2 lassen den Wandler teilweise und voll mit Öl füllen. Der Motor wird unter der Belastung auf Leerlaufdrehzahl gehalten.
Stufe 3-15 bewirken ein Anheben der Motordrehzahl und damit der Antriebsleistung.
Stufe B ist bei der BR 218 gesperrt (bedeutete bei der BR 210 das Zuschalten der Gasturbine).
Der Not-Aus-Taster auf dem Handrad bringt die Maschinenanlage sofort auf Stufe 0.

Oberhalb des Fahrschalters ist eine Reihe von Schaltern angeordnet. Dazu gehören zum Beispiel drei "I-0-I"-Schalter für das getrennte Wechseln der Signalleuchten (+Schalter zum Abblenden) und u. a. die Schalter für die Führerraumleuchte, Instrumentenleuchte, sowie die Luftpresser.
Neben dem Fahrschalter befinden sich Taster und Schalter für die Scheibenwischer, Lokpfeifen, sowie die Indusi.

Am geneigten Ende des Tisches sitzen zwei Reihen von Leuchtmeldern, die z. B. Störungen am Motor und Getriebe anzeigen. Daneben ist der Tacho eingebaut, der von 0 bis 140 (150) km/h reicht. An seiner rechten Seite sind die Anlass-Abstellschalter montiert. Sie starten und stoppen die Motoren der "Gruppe I" und "Gruppe II", d.h. aller ungeraden und geraden Loks im Verband, bzw. die führende und mitgeführte Lok einer Doppeltraktion. Ihre Stellungen sind "Stop" (Taster), "0" (Schalter), "I" (Schalter), "Start" (Taster).

Rechts am Tisch befinden sich die 3 Bremshebel der Zusatzbremse, Zugbremse und H-Bremse.

In der Mitte des Armaturenbretts ist das EBuLa-Gerät, Elektronischer Buchfahrplan und Langsamfahrstellen, eingebaut.
Darüber befinden sich die beiden Schalter der Zugheizung. Der rechte Schalter kann den Generator zu- oder abschalten. Der linke wählt die heizende Lok aus, "I", "I + II", "II", das heißt die führende, beide, oder die mitgeführte Lok, versorgen den Zug mit Energie. Die Spannungs- und Stromanzeigen der Zugheizung sind links neben den gerade genannten Bauteilen zu finden.

// Unterschiede zwischen Führerstand 1 und 2 //

Der Führerstand 1 hat Anzeigen für die Temperatur des Motoröls, Getriebeöls und Kühlwassers, sowie die Anzeige der Motordrehzahl. Führerstand 2 hat dagegen nur die Drehzahlanzeige.
An der Rückwand des Führerstands 1 sind eine Reihe von Leitungsschutzschaltern und Anzeigen über den Status der Batterien zu finden. Führerstand 2 hat an dieser Stelle ein Thermofach und einen Schrank.

                          // Technische Daten Überblick (Serienloks)
 
Lokbezeichnung: BR 218 / V 164 Bestand: 411 Lokomotiven²  
Hersteller: Krupp, Henschel, Krauss-Maffei, MaK      
Baujahre: 1968/69 (Vorserie), 1971 - 1979 Achsformel: B'B'  
Bauserien: 218.1 (101-170), 218.2 (171-298),
218.3 (299-398), 218.4 (400-499)
Dienstgewicht: 80 t (ca.)  
Motorleistung: 2.800 PS (2.060 kW) (2.500 PS)³  
Länge: 16 400 mm Kraftübertragung: hydraulisch  
Breite: 3 136 mm Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h (SG) | 100 km/h (LG)  
Höhe: 4 275 mm Tankvolumen: 3.150 Liter  
Achsabstand (Drehgestell): 2 800 mm Treibstoffverbrauch: 3 l/km (Durchschnitt), 195-250 g/kWh  
² Nach Ablieferung (Vorserie und Serie), inkl. 218 399 (urspr. 215 112), ohne Gasturbinen-BR 210 (spätere 218.9) | ³ TB 10 Dieselmotor | CAT 3516B HD
Anfahrzugkraft: 235 kN (LG) | 157 kN (SG) (Standard)- Purpurrot (Altrot), Ozeanblau/Beige  
Heizleistung: 400 kW Lackierungen: Orientrot, Verkehrsrot  
Heizspannung: 1.000 V (Spezial)- Rot/Beige, Orange/Grau (City-Bahn)  
Batteriespannung: 110 V Lackierungen: Orientrot-Variation  
. . (Themen)- Touristikzug, König-Ludwig  
. . Lackierungen: Udo-Lindenberg  
 
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